Sportverletzungen: die häufigsten Verletzungen im Sport

Während die einen sagen „Sport ist Mord“, sagte Theodor Fontane einst „Luft und Bewegung sind die eigentlichen geheimen Sanitätsräte.“ Für beide Behauptungen gibt es Argumente, aber die Argumente Pro-Bewegung sind gewichtiger. Laut WHO-Statistik sterben jedes Jahr 3,2 Millionen Menschen in der Welt aufgrund von Inaktivität. Dagegen steht eine von einer deutschen Sportversicherung veröffentlichte Zahl, nach der auf 100.000 Sportler in Deutschland nur ein Todesfall pro Jahr kommt. Und da sich die Empirik nicht betrügen lässt, wird jedem schnell bewusst, dass man mit ersterem Sprichwort nicht sehr weit kommt. Gesundheit und Wohlbefinden werden durch Bewegung gefördert, der Sexualtrieb stimuliert und der Körper gewinnt an Attraktivität. Da es nun aber leider einmal so ist, dass Profite auf der einen Seite durch Defizite auf der anderen erkauft werden, soll in einer Reihe von mehreren Beiträgen näher auf die häufigsten Sportverletzungen eingegangen werden. Hierbei werden neben den Ursachen und Symptomen, auch die üblichsten Behandlungsmethoden dargestellt.

Die häufigsten Sportverletzungen

In Deutschland verletzen sich jedes Jahr zwei Millionen Menschen beim Sport. Lediglich 3-5% müssen aufgrund ihrer Verletzung einen Arzt aufsuchen und nur 1-3% sich einer Operation unterziehen. Die prominentesten Gründe für jedwede Art von Verletzung sind dabei eine fehlende Vorbereitung vor dem Sport oder beispielsweise der Ski-Reise, der Körperkontakt zwischen Sportlern bei allen möglichen Ballsportarten oder die Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten. Diese Gründe und einige andere führen zu Sportverletzungen, die teilweise zur Sportinvalidität führen können. Da dies aber sicherlich nicht euer Wunsch ist, solltet ihr euch über präventive Maßnahmen informieren. Krafttraining kann beispielsweise eine gute Präventivmaßnahme darstellen. Ansonsten ist das Wissen über die verschiedenen Sportverletzungen eine große Hilfe, um bestehende Risiken zu minimieren. Wer sich informiert, ist zwar nicht auf der sicheren Seite, aber ein Stück sicherer. Also folgt unserer Reihe und erfahrt mehr über die häufigsten Sportverletzungen.

Von allen möglichen Verletzungen, die im Sport passieren, sind die häufigsten:

Prellung (Kontusion)
Zerrung und Muskelfaserriss (Distension und Ruptur)
Bänderriss (Ruptur)
Meniskus- und Kreuzbandriss (Meniskus- oder Kreuzbandruptur)
Verstauchung (Distorsion)
Tennisarm (Epikondylitis)
Auf diese verschiedenen Verletzungen wird in einzelnen Beiträgen in obiger Reihenfolge eingegangen. Besonderes Merkmal wird auch auf die am meisten betroffenen Körperstellen gelegt werden. So ist etwa das Knie oder die Schulter besonders oft und schwerwiegend von Sportverletzungen betroffen. Wir möchten mit der Reihe euch ein Forum bieten, um euch über alle wichtigen Sportverletzungen zu informieren. Wenn ihr selbst betroffen seid, könnt ihr euch so ganz schnell und einfach über die jeweilige Art der Sportverletzung belesen und euer Wissen ohne großen Aufwand erweitern.

Zum Glück ist die Medizin weiter als vor zehn Jahren: Therapie von durch Sport verursachten Verletzungen

Abschließend zu diesem Einführungsbeitrag möchte Ich anmerken, dass durch die Fortschritte in der Medizin zum Glück nur noch selten zum Skalpell gegriffen werden muss (s.o). Während noch vor einigen Jahren jeder Bänderriss operiert wurde, wird heutzutage vieles über Schienen oder Bandagen therapiert. So gibt es nun wirklich keine Ausrede mehr auf der faulen Haut zu liegen. Und wenn Theodor Fontane schon wusste, dass Sport der beste Doktor ist, dann sollten wir es 150 Jahr später noch viel eher wissen.

Bei Amazon findet ihr ein Buch über alle Sportverletzungen. In dem Buch erfahrt ihr alles über Prävention, Diagnostik und Erste-Hilfe-Maßnahmen. Ansonsten lest einfach in unserer Artikel-Reihe den für euch passenden Artikel. In den Artikeln findet ihr alles Wissenwerte über die häufigsten Sportverletzungen. Von Diagnostik über Prävention und Nachversorgung. Einfach mal hineinschauen und informieren.

Prellung oder Kontusion

Ob Zweikampf im Fußball, Sturz beim Handball oder Ball aufs Auge, die Folge ist meist die gleiche: Prellung oder medizinisch korrekter Kontusion der betroffenen Stelle. Durch stumpfe Gewalteinwirkung von außen, wird weiches (z.B ein Muskel) gegen hartes (z.B einen Knochen) Gewebe gedrückt und gequetscht. Die Symptome sind zerquetsche bzw. zerstörte Lympf- und Blutgefäße, sodass Flüssigkeit austritt und ein Bluterguss entsteht. Allerdings ist ein Bluterguss nicht zwangsläufig ein Symptom einer Prellung.

Welche Prellungsarten sind im Sport besonders häufig vertreten?

Im Sport kommen besonders häufig Prellungen im Bereich der Muskeln, Gelenke und der Knochen vor. Seltener sind innere Organe und die Augen betroffen, wobei diese durch Prellungen sehr schwerwiegend verletzt werden können und besonderer Beachtung und ärztlicher Untersuchung bedürfen, da es nicht selten zu langwierigen Schädigungen kommen kann.

Bei Muskel- und Gelenkprellungen wird fast unmittelbar die Funktionsfähigkeit der betroffenen Stelle eingeschränkt. Diese Prellungen sind sehr schmerzhaft und können den Sportler einige Wochen hindern, mit voller Leistungsfähigkeit sportlich aktiv zu sein. Wer mit einer Prellung eines Muskels oder Gelenks noch nicht in Kontakt gekommen ist, dem ist aber sicher schon mal eine Knochenprellung untergekommen. Ein Tritt vors Schienbein und zack ist es geprellt. Ob beim Fußball oder als Kind auf dem Schulhof. Die Schienbeinprellung ist der schmerzhaft, hält allerdings auch nur kurz an und auch Sport ist nach vergleichsweise wenig Zeit ohne Einschränkungen wieder möglich.

Falls doch einmal die Augen oder innere Organe betroffen sein sollte, etwa dadurch, dass man einen Ball auf das Auge gekriegt hat, sollte man einen Arzt aufsuchen, denn die Empfindlichkeit des Sehapparates kann schnell und langwierig durch stumpfe Gewalteinwirkungen betroffen sein. Innere Organe sind eigentlich gut vor äußerer Einwirkung geschützt, trotzdem sind Prellungen möglich und dann ist ein chirurgischer Eingriff häufig notwendig, um die dauerhafte Funktion der Organe sicherstellen zu können.

Sofortige Hilfe bei einer Prellung

Eine Prellung sollte sofort behandelt werden, denn so lassen sich die Symptome deutlich in ihrer Schwere einschränken. Die Behandlung sollte dabei nach der PECH-Regel erfolgen. PECH steht dabei für: Pause-Eis-Compression-Hochlagern. Was heißt das genau:

Sofortige Pause, bloß nicht weitermachen, um den harten Kerl zu markieren. Sportliche Aktivität erhöht die Durchblutung und das ist konterkarierend.

Mit Eis, Kühlpacks oder Eis-Spray die betroffene Stelle umgehend kühlen. So lässt sich der Bluterguss und die Schwellung kontrollieren und örtlich begrenzen. Zu beachten ist jedoch, dass niemals direkt auf der Haut gekühlt werden sollte mit Eis, sondern immer ein Tuch oder irgendeine andere Lage zwischen Haut und Kühlung ist. Des Weiteren niemals mehr als 10 Minuten am Stück kühlen, sonst kommt es zu einer Mehrdurchblutung. Der Körper versucht die Stelle vor Unterkühlung zu bewahren.

Mit einer elastischen Binde können sie einen Kompressionsverband anlegen. Schnüren Sie dabei aber nicht das Bein oder den Arm ganz ab. Anfänglich ist so ein Verband gut mit einem Kühlpack zu verbinden, später mit einer kühlenden Salbe. Ein Kompressionsverband hilft gegen Schmerzen und die Schwellung.

Und als letztes Element der PECH-Regel: gönnen Sie sich Ruhe und legen einfach mal das betroffene Bein oder den Arm (falls diese betroffen sein sollten) hoch. Am besten direkt noch am Sportplatz und dann besonders später zuhause. So lässt es sich gut aushalten und die Durchblutung ist nicht so stark. Außerdem wird so Lympfflüssigkeit abtransportiert. Zu beachten ist, dass die Lagerung über Herzhöhe stattfindet und trotzdem eben sein sollte.

Die weitere Behandlung der Prellung

Nach zwei Tagen ist die erste Heilungsphase abgeschlossen. Während in den ersten zwei Tagen kühlende Präparate und Salben wertvoll sind, sollte man nun der entsprechenden Stelle mit Wärme zu leibe rücken, damit über eine erhöhte Blutzufuhr der Körper die Heilung fördern kann. Die allbekannte Pferdesalbe kann hier gut zum Einsatz kommen. Auch Salben mit Franzbranntwein wirken gut.

Sportlich wieder aktiv werden: auf den Körper hören!

Nach einer Prellung kann mit dem Sport wieder angefangen werden, wenn der Schmerz nachlässt. Wichtig ist allerdings, dass nicht gegen Schmerz gearbeitet werden muss. Schmerz ist ein Zeichen des Körpers, dass eine Überbelastung besteht. Also, wer Schmerz fühlt, sollte sich zurückhalten. Lieber einige Tage länger eine ruhige Kugel schieben, bevor es wieder so richtig zur Sache geht.

Muskelzerrung und Muskelfaserriss (Distension/Ruptur)

Beim Sport oder körperlicher Aktivität kann es zu einer Muskelzerrung oder einem Muskelfaserriss kommen, wenn der Muskel überlastet wird oder nicht genügend aufgewärmt wurde. Auch kann eine Zerrung oder ein Riss in der Muskulatur beim Ausrutschen und einer damit einhergehenden Überstreckung entstehen. Bemerkbar macht sich eine Muskelzerrung durch Schmerzen an der betroffenen Stelle. Bei einem Muskelfaserriss entstehen zusätzlich häufig noch Einbußen in der Muskelkraft. Besonders in Sportarten mit kurzen Sprints und abrupten Bremsbewegungen kommt es gehäuft zu dieser Form der Verletzung.

Was passiert genau bei einer Distension oder Ruptur eines Muskels?

Es gibt drei Stufen in dieser Art von Sportverletzung. Die leichteste stellt die Zerrung dar. Diese Verletzung ist charakterisiert durch die Schädigung der kleinsten funktionellen Einheit der Muskeln, der sogenannten Sarkomere. Ein Muskel besteht aus Faserbündeln, diese aus einzelnen Muskelfasern, welche wiederum durch Myofibrillen aufgebaut sind. Diese Myofibrillen sind ihrerseits aus den oben genannten Sarkomeren zusammengesetzt. Bei der Muskelzerrung sind die Sarkomere über das normale Maß hinaus gedehnt und verlieren so Teile ihrer Funktionsfähigkeit.
Schwerwiegender als eine Zerrung des Muskels ist der Riss einzelner Muskelfasern. Bei diesem sind die Schmerzen stärker als bei einer Zerrung. Außerdem bildet sich oft eine starke Schwellung und ein Bluterguss, welcher manchmal an der verletzten Stelle durch eine Beule sichtbar wird.
Wen es ganz schlimm erwischt, der erleidet einen Muskelriss. Diese Verletzung ist seltener, dafür jedoch besonders schlimm. Teilweise ist dann eine Operation unumgänglich. Eingegriffen wird aber erst, wenn 2/3 des Muskelquerschnitts einen Riss aufweisen. Zumeist wird aber eine Operation versucht zu vermeiden, da es durch diese meist zu einer langwierigen Einschränkung der Funktionsfähigkeit des Muskels kommt.

Behandlung von: Muskelzerrung und Muskelfaserriss?

Die Behandlung einer Sportverletzung dieser Art erfolgt durch die PECH-Regel in den ersten Tagen (siehe Folge 2 dieser Reihe). Sofortige Pause vom Sport, bloß nicht gegen Schmerz arbeiten. Unmittelbar die verletze Stelle kühlen und mit einem Kompressionsverband vor stärkerer Durchblutung schützen. Anschließend sollte die Stelle optimaler Weise hoch gelagert werden. Nach einigen Tagen sind dann wärmende und durchblutungsfördernde Salben ein adäquates Mittel zur Behandlung.

Einem Muskelfaserriss vorbeugen

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten einer Sportverletzung dieses Spektrums im Bereich der Muskeln vorzubeugen. Da ein Riss durch eine Überdehnung entsteht, sind gut gedehnte Muskeln eine hervorragende Prävention vor Verletzungen. Sportler sollten niemals unaufgewärmt hohe Leistungen versuchen zu erbringen, da die Muskeln noch nicht vorbereitet sind. Einige Minuten Aufwärmen sollten schon vor jeder Sporteinheit möglich sein, um das eigene Risiko von Verletzungen zu minimieren. Auch Krafttraining in Maßen hilft Faserrisse der Muskulatur zu verhindern. Wer dann noch die nötigen Regenerationszeiten einhält, der ist bestens vor einer Muskelzerrung und einem Muskelfaserriss geschützt.

Meniskusriss

Der Meniskusriss ist eine Verletzung innerhalb eines Knies. Die Menisken sind zwei Knorpelscheiben, die zwischen Ober- und Unterschenkel als Puffer dienen. Außerdem dienen sie als Lastenverteiler für das Gewicht der Person. Ein Meniskussriss entsteht häufig durch indirekte, schräge Krafteinwirkung. Fußball oder Skifahren stellen Sportarten dar, welche besonders risikoreich für diese Form der Sportverletzung sind. Die kleinere der beiden Knorpelscheiben, der Innenminiskus, ist öfter von Verletzungen betroffen als der äußere. Menisken können in jeglicher Richtung reißen: längs, quer oder horizontal. Auch im Alltag kann es zu einem Meniskusriss kommen, wenn beispielsweise in die Hocke gegangen wird.

Symptome des Meniskusrisses

Da der Meniskus selbst keine Nerven besitzt, schmerzt dieser nicht. Allerdings können abgerissene Teile des Meniskus zu Reizungen innerhalb des Knies führen und so zu Schmerzen. Auch ein Knieerguss ist möglich. Des Weiteren kommt ein Meniskusriss selten alleine daher. Des Öfteren sind auch andere Teile des Knies, etwas die Bänder, verletzt.

Erste Hilfe bei einem Meniskusriss

Möglichst sollte ohne Verzögerung das betroffene Knie mittel Eis-Packs oder Eis-Spray gekühlt werden. Das Eis aber nicht direkt auf die Haut legen. Besser ist es zwischen Haut und Eis etwa ein Handtuch zu legen. Das Bein sollte ebenfalls hoch und ruhig gelagert werden. Sind Schmerzen und eine Schwellung vorhanden, ist eine Konsultation eines Artztes erforderlich.

Bei schweren Meniskusrissen ist eine Operation unumgänglich

Leider ist der Meniskusriss nicht immer ohne Operation zu behandeln. Schwere Verletzungen führen zwangsläufig zu einem operativen Eingriff mittels einer Athroskopie (Gelenkspiegelung). Dabei wird das geschädigte Gewebe genäht oder durch mit speziellen Stiften, sogenannten Darfts, fixiert. Auch kann es sein, dass Teile des Gewebes entfernt werden müssen. Hierbei liegt der Fokus aber auf der Sicherung möglichst vielem Gewebes. Im Anschluss an einer Operation muss das Knie geschont werden. Betroffene gehen dazu einige Wochen auf Krücken, um mögliche Belastungen des Knies zu verhindern. Bei kleinen Meniskusrissen ist dies von Anfang an nötig. Der Riss des Meniskus heilt dann aber von selbst. Früh-Funktionelle Behandlungen können die Therapie des verletzten Knies begleiten. Mit Sport darf erst nach vier oder sechs Wochen nach dem Meniskusriss oder der Operation des selbigen wieder angefangen werden.

Unter Wikipedia ist die Verletzung sehr ausführlich und hinsichtlich der medizinischen Begebenheiten beschrieben.

Kreuzbandriss

Ein Kreuzbandriss ist häufig die Folge von Sportunfällen. Viele Profi-Fußballer erleiden während ihrer Karriere einen Kreuzbandriss – nicht selten bedeutet dies das Ende ihrer sportlichen Laufbahn –, aber auch Hobbysportler sind vor einem Riss des Kreuzbandes nicht gefeit. Der Kreuzbandriss stellt die häufigste Bandverletzungen im Knie dar.

Aufbau der Kreuzbänder

Das Kreuzband besteht aus zwei Bändern, die kreuzförmig von der Schienbeinkopfmitte (Tibia) zum Oberschenkelknochen (Femur) verlaufen. Das Kreuzband dient als Stabilisator des Knies, wobei das vordere das wichtigere bei Bewegungen des Knies ist. Von einem Kreuzbandriss ist das vordere somit auch öfter betroffen. Das vordere dient als Stabilisator, wenn der Unterschenkel nach vorne ausweicht, das hintere, wenn dieser in die Gegenrichtung belastet wird.

Der Kreuzbandriss und seine Ursachen

Abrupte, stumpfe Bremsbewegungen, kombiniert mit einer Drehbewegung während des Sporttreibens, stellen die Hauptursache für Risse des Kreuzbandes dar. Diese Bewegungen sind zumeist unfreiwilliger Natur und passieren etwas im Sturz. Nicht selten ist neben dem vorderen Kreuzband zugleich der Innenmeniskus und das Innenband betroffen. Diese schwere Verletzung wird dann „unglücklicher Dreier“ (unhappy triad) genannt.

Kreuzbandriss – Symptome

Viele Betroffene bemerken oder hören während die Kreuzbänder reißen ein „Knacken“. Nach dem Knacken entstehen heftige Schmerzen und es kommt zu einem Bluterguss und damit zu einer Schwellung des Knies. Das Knie schwillt an, weil kleine Blutgefäße im Knie durch die Verletzung zerstört werden. Diese Symptome sind jedoch häufig nur in der Akutphase zu beobachten und lassen wieder nach. Wird das Knie erneut belastet, verspüren einige Menschen neuerlich Schmerzen. Nach der akuten Phase berichten viele Betroffene über ein sogenanntes „Wackelknie“, welches beispielsweise beim Treppensteigen instabil wirkt. Trotzdem lässt sich ein Kreuzbandriss nicht immer sofort nachweisen, da die Muskulatur die Stabilisation des Knies übernimmt und somit scheinbar eine nicht so schwerwiegende Situation vorhanden zu sein scheint.

Diagnosemöglichkeiten bei einem Kreuzbandriss

Wie bereits im vorigen Absatz erwähnt, ist es während der ersten Tage (Akutphase) nicht einfach eine Diagnose zu stellen. Der Arzt testet anhand von Stabilitätstest, ob das Kreuzband betroffen ist. Da der Patient jedoch über starke Schmerzen und eine Schwellung des Knies klagt, lassen sich diese nicht gut durchführen. Häufig lässt sich schon durch Beschreibung des Unfallhergangs eine Verletzung des Kreuzbands erahnen. Nach einigen Tagen, wenn Schwellung und Schmerzen abgeklungen sind, führt der Arzt die Stabilitätstests durch. Des Weiteren wird die Haltung des Patienten, während er sich bewegt, beobachtet: Eine Schonhaltung weist auf einen Kreuzbandriss hin. Als harter Beweis könnten schlussendlich bildgebene Verfahren zur Diagnose der Verletzung benutzt werden. Röntgenaufnahmen und eine MRT dienen zur genaueren Lokalisation des Risses und zur Abklärung weiterer möglicher Verletzungen bspw. des Meniskus.

Therapeutische Möglichkeiten eines gerissenen Kreuzbands

In schwerwiegenden Fällen und je nach sportlicher Aktivität des Betroffenen ist eine Operation nicht zu umgehen. So erhalten Sportler oft einen Ersatz für ihr verletztes Kreuzband. Der Chirurg entnimmt etwa die Patella-Sehne und setzt dieses als Ersatz ein. Allerdings können auch andere Sehnen zum Einsatz kommen. Heutzutage werden auch Stammzellen zur ergänzenden Therapie eingesetzt, welche die Regeneration des Kreuzbands unterstützen sollen. Bei sportlich weniger aktiven Menschen reicht es häufig durch konsequentes Training der Oberschenkelmuskulatur eine gute Führung des Knies zu erreichen, sodass von einer Operation abgesehen werden kann. Im Anschluss an eine Operation ist die Zuhilfenahme eines Physiotherapeuten nötig, um durch Krankengymnastik eine Stabilisation des Knies herbeizuführen. Ist das Knie nach der Operation noch immer geschwollen, helfen Eis und Ruhe bis die Schwellung abgeklungen ist. Danach sollte mit einer nach und nach steigenden Belastung des Knies aber auf jeden Fall begonnen werden. Eine Knieschiene (Orthese) kann anfänglich die Bewegungsfreiheit des Knies einschränken und so vor schädlichen Belastungen schützen. Zusätzlich zu Krankengymnastik können durch die Koordination schulende Übungen, manuelle Techniken und Elektrotherapie Besserungen des Zustandes erreicht werden.

Wann die Sportfähigkeit nach einem Kreuzbandriss wieder hergestellt ist

Das hängt unter anderem sehr davon ab in wieweit sich der Patient an das konsequente Trainings- und Therapieprogramm hält. Durch die Befolgung des mit dem Arzt abgesprochenen Regenerationsplan lässt sich das Knie in einigen Wochen wieder stabilisieren und sportlichen Betätigung steht nichts mehr im Wege. Sogar das Knie extrem belastende Sportarten wie Fußball oder Skifahren sind wieder möglich. Allerdings muss der Betroffene beachten, dass das Knie nicht mehr so belastungstolerant wie vor dem Kreuzbandriss ist. Die mit der Operation eingesetzte Plastik (ersetztes Kreuzband) ist häufig sehr stabil. Trotzdem kann es zu verschiedene Komplikationen im Zusammenhang mit einem Kreuzbandriss kommen. Unter anderem wären zu nennen: Thrombose, Gelenkinfektionen, Gelenk- und Gefäßverletzungen oder Blutungen. Diese sind aber selten, sodass die meisten Ergebnisse einer Operation sehr positiv sind. Auf lange Sicht ist ein gutes Krafttraining der entscheidendste Faktor, um eine gute Stabilität des Knies nach dem Erleiden eines Kreuzbandrisses gewährleisten zu können. Der Verschleiß des Gelenks lässt sich so lange hinauszögern.

Weitere Informationen zum Thema Kreuzbandriss

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie im Netz auf folgenden Internetseiten:
Netdoktor oder unter Netzathleten.

Distorsion

Die Distorsion oder Verstauchung ist eine Verletzung, die häufig durch Stürze verursacht wird. Sie kann bei nahezu allen Sportarten auftreten. Ob beim Sturz vom Fahrrad oder im Tennis. Betroffen sind meist Fuß-, Hand- oder das Kniegelenk.

Was ist eine Distorsion?

Eine Distorsion ist eine Gelenkverletzung, welche durch Verdrehung oder Überdehnung entsteht. Das Gelenk wird durch eine Krafteinwirkung für kurze Zeit über den normalen Bewegungsspielraum hinaus gedehnt. Danach springt das Gelenk wieder zurück in seine ursprüngliche Position und bleibt stabil. Allerdings ist ein anhaltender Schmerz im Gelenk die Folge. Außerdem ist eine Distorsion eine Kombinationsverletzung. Das heißt, dass meist nicht nur das Gelenk bzw. die Gelenkkapsel selbst, sondern auch die das Gelenk umgebenden Muskeln und Bändern mit verletzt werden. Das am häufigst von einer Distorsion (Verstauchung) betroffene Gelenk ist dabei das Sprunggelenk. Nicht ganz so häufig Verletzungen des Hand- oder Kniegelenks.

Wie kann eine Distorsion diagnostiziert werden?

Die Diagnose gelingt in den meisten Fällen durch die üblichen Symptome einer Verstauchung: Schmerz, Schwellung und Verfärbung (blau-rötlich). Der Arzt kann durch verschiedene Tests und die Beschreibung des Unfallhergangs häufig die Verstauchung diagnostizieren. Ob eine leichte oder schwere Distorsion vorliegt, lässt sich aber nur mit bildgebenden Verfahren feststellen. Ein MRT oder CT sowie Röntgenaufnahmen helfen bei der Feststellung des Schweregrades der Verletzung. Auch lassen sich Verletzungen des Knochens damit ausschließen.

Wie behandelt man eine Distorsion richtig?

Genau wie beim Muskelfaserriss erfolgt die Erstversorgung der Distorsion zufolge der PECH-Regel: Pause-Eis-Compression-Hochlagern. Was bedeutet das? Sofortige Pause vom Sport, unmittelbare Kühlung des Gelenks, Kompression durch einen großflächigen Verband und Hochlagern der betroffenen Stelle (oberhalb des Herzens).

Eine Operation kann meist, es sei denn die knöchernen Gelenkanteile sind betroffen, umgangen werden. Trotzdem ist es sehr wichtig, nicht gegen den Schmerz anzuarbeiten und zu hoffen, dass die Verstauchung vergeht, obwohl man weiterhin sportlich aktiv ist. Eine Pause von 2-3 Wochen ist durchaus normal. Die volle Sportfähigkeit gar erst nach bis zu drei Monaten wiederhergestellt.

Präventiv-Maßnahmen gegen eine Distorsion

Eine Verstauchung bzw. Distorsion lässt sich nicht immer vermeiden. Allerdings helfen ein ausgiebiges Aufwärmprogramm und ein guter Trainingszustand, um das Risiko einer Distorsion zu minimieren. Wer sich viel dehnt und regelmäßig Stretching betreibt, kann sein Risiko noch weiter senken. Neben den sportlichen Maßnahmen, ist es auch möglich sein eigenes Risiko durch die richtige Ausrüstung zu verringern. So helfen etwa knöchelhohe Schuhe das Sprunggelenk zu schützen.

Nun solltet ihr über die häufigsten Sportverletzungen gut informiert sein. Wer außerdem sich für Themen rund um den Tennisarm interessiert, findet diese ebenso bei uns. Auf unserem Blog findet ihr interessante Beiträge zu allen möglichen Fitness-Trends, Ernährungstipps und allgemeinere Artikel zu Gesundheitsthemen.

Weitere Informationen findet Ihr im Netz auf Onmeda.

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